Die wilde Eifel zu jeder Jahreszeit
Die Eifel ist eine Mittelgebirgslandschaft im Westen Deutschlands. Sie liegt im Städtedreieck zwischen Aachen im Norden, Trier im Süden und Koblenz im Osten und grenzt an zwei Nachbarländer: Belgien und Luxemburg. Es ist ein Land der Burgen, Seen und erloschenen Vulkane. Früher wollte kaum jemand zugeben, dass er in der Eifel lebt. „Rheinisch Sibirien“, „Armenhaus des Rheinlandes“ - wenig schmeichelhafte Beinamen, doch der Ruf kommt nicht von ungefähr. Hungersnöte, schlechter Boden und raues Klima waren die Gründe, warum im 19. Jahrhundert viele Menschen die Eifel verließen.
Den besonderen Reiz dieses Landstriches, seine Naturschönheiten, haben Maler wie Fritz von Wille und Dichterinnen wie Clara Viebig erst bekannt gemacht. Heute gehört die Eifel zu einer der meistbesuchten Naherholungslandschaften - auch im Winter lockt sie Besucher an, die vor allem eines haben: Lust auf viel Natur. Bei idealen Schneebedingungen lassen sich zum Beispiel die weiten Hochflächen an der Grenze zu Belgien auf Brettern erkunden. Loipen ziehen sich über viele Kilometer. Der höchste Berg ist die Hohe Acht mit stolzen 747 Metern. Eine immer beliebter werdende Art der Fortbewegung ist das Wanderreiten. „Eifel zu Pferd“ nennt sich der Urlaub für Ross und Reiter.
Moorlandschaft im Venn
Bei Monschau, an der Grenze zu Belgien, beginnt eine der letzten Moor- und Heidelandschaften Mitteleuropas: das Hohe Venn. Dieses einzigartige, zirka 4.100 Hektar große Gebiet wurde von der UNESCO sogar zum Weltkulturgut erklärt. Eine Torfschicht treibt das Moor in die Höhe. Es wächst so langsam wie Marmor, nur einen Millimeter pro Jahr. Über Jahrhunderte hat der Mensch dem Moor das Wasser entzogen, vor allem für den Torfabbau. Torf wurde als Brennmaterial benutzt. Seit 1992 wird das Hohe Venn sehr streng geschützt.
Durch einige Gebiete der Vennlandschaft führen kilometerlange Holzstege. Eine halbe Million Wanderer kommen Jahr für Jahr her. Die raue Landschaft mit ihrem herben Charme ist ein Besuchermagnet. Die Holzstege schützen nicht nur den Menschen vor der feuchten Natur, sondern auch das Venn vorm Wanderer. Ohne diese Pfade würde die sensible Vegetation zertrampelt. Schön ist das Hohe Venn zu jeder Jahreszeit. Im Winter kann man mit etwas Glück sogar Schnee erleben. Die Moorlandschaft liegt auf 600 bis 700 Metern.
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WDR Sendung Die Eifel im Winter